Projektauswahl

Gleisbauarbeiten am Sarnersee

Umweltbaubegleitung, inkl. hydrologischer und bodenkundlicher Baubegleitung Totalumbau Zentralbahn, Seehof Sachseln OW

Der Unterbau des Gleistrasses der Zentralbahn zwischen Sachseln und Sarnen besteht unverändert seit 1888. Als Folge der Zunahme der Belastung und der Fahrfrequenzen auf dem Trasseeabschnitt kam es zu Gleissenkungen und zu Verunreinigungen des Bahnschotters. Durch eine Sanierung des Gleisunterbaus im Rahmen einer Totalsperre der Bahnstrecke konnte die Gleisstabilität erhöht, die Gleisentwässerung optimiert und so ein längerfristiger Bahnbetrieb garantiert werden.

Aufgrund der unmittelbareren Nähe des Bauvorhabens zum Sarnersee, zur Grossen Melchaa und zu unterschiedlichen Bächen wurde das Projekt durch uns hydrologisch begleitet. Dazu durften wir ein Alarmierungs- und Überwachungskonzept ausarbeiten, genauso wie ein Bereitschafts- und Unfalldispositiv für die Totalsperre. Ebenso standen wir der Bauherrschaft und der Bauleitung in weiteren Umweltfragen, wie der Entsorgung von Altlasten, der Rekultivierung der beanspruchten Flächen oder der Definition notwendiger Vorkehrungen zum Schutz des Bodens, der Flora und Fauna, der Gewässer sowie von Mensch und Tier vor schädlichen Baustellenemissionen beratend zur Seite.

Bildlegende: Gleisbauarbeiten am Sarnersee.

Bepflanzung der steilen, wechseltrockenen Hänge im Gipsabbaugebiet

Ingenieurbiologische Stabilisierung von Rutschhängen durch Zusatz von Mykorrhiza-Pilzen

Zur Stabilisierung aktiver Rutschhänge sollen diese möglichst rasch angesät und bepflanzt werden. Dabei stellen oberflächennahe Erosionsprozesse, eine meist wenig fortgeschrittene Bodenentwicklung und oft geringe Bodenbedeckung eine grosse Herausforderung dar. Der Zusatz von natürlich vorkommenden Mykorrhiza-Pilzen bei der Bepflanzung und Ansaat des Hanges verspricht eine Starthilfe bei der Besiedelung solcher Flächen.

Wir beraten und begleiten kantonale Fachstellen, Forstunternehmer und Waldbesitzer beim Einsatz von Mykorrhiza bei der herausfordernden Bepflanzung von steilen, instabilen Hängen, wie beispielsweise bei der Hergiswaldstrasse in Kriens (LU), im Bürgenbergwald (NW) oder im Gipsabbaugebiet Kerns (OW). Zudem pflegen wir einen engen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Fachleuten aus der Forschung.

Bildlegende: Bepflanzung der steilen, wechseltrockenen Hänge im Gipsabbaugebiet Kerns (OW), hier im Rahmen der Ausbildung von Forstwartlehrlingen.

Rollweg kurz nach der Ansaat

Bodenkundliche Baubegleitung Rückbau Rollfeld, Buochs NW

In den letzten zwei Jahren wurden auf dem Flugplatz Buochs unterschiedliche, nicht mehr benötigte Rollwege sowie ein Teil der Redundanzpiste rückgebaut und als Fruchtfolgeflächen rekultiviert. Fruchtfolgeflächen sind wertvolle Landwirtschaftsflächen, die strenge Anforderungen an Bodenbeschaffenheit und -aufbau erfüllen müssen.

Wir berieten die Bauherrschaft in Fragen zum Rückbau und zur Rekultivierung der Flächen. Zudem überwachten wir die Qualität des einzubauenden Bodenmaterials sowie die korrekte Wiederverwertung oder Aufbereitung des entfernten Belags- und Fundationsmaterials.

Bildlegende: Als Fruchtfolgefläche rekultivierter ehemaliger Rollweg kurz nach der Ansaat.

Trockenmauern zur Sicherung des Güterweges in der strukturierten Landschaft.

Umweltbaubegleitung (UBB) Sanierung Güterweg Obergurtnellen UR

In der reich strukturierten Landschaft oberhalb von Gurtnellen erschliesst der Güterweg „Holzrieri - Diessenbrunnen“ mehrere landwirtschaftliche Stufenbetriebe. Seit Jahren war der schmale Weg in schlechtem Zustand und genügte einer zeitgemässen und sicheren Basiserschliessung nicht mehr. Zudem führte die zu schmale Wegbreite zu Konflikten zwischen Landwirtschaft und Wandertourismus, welcher aufgrund des nahe gelegenen Arnisees in den Sommermonaten immer beliebter wird.

Von 2016 bis 2018 begleiten wir im Auftrag der Korporationsbürgergemeinde Gurtnellen die Planung und Ausführung der baulichen Massnahmen ökologisch und landschaftlich. In dieser naturnahen Kulturlandschaft mit empfindlichen Biotopen und vielen schönen Trockensteinmauern kommt umwelt- und landschaftsgerechten Bauweisen über die gesamte Länge von 3 km eine hohe Bedeutung zu. Teil des Projekts ist auch eine temporäre lokale Steingewinnungsstelle. Dank dieser wird die Zufuhr von ortsfremden Steinen auf ein Minimum reduziert.

Bildlegende: Trockenmauern zur Sicherung des Güterweges in der strukturierten Landschaft.

Ermittlung Entschädigungssumme für vorzeitigen Abtrieb von Wald

Ermittlung Entschädigungssumme für vorzeitigen Abtrieb von Wald, Fernwärmetransportleitung Perlen – Emmen LU

Die Fernwärme Luzern AG realisiert eine Fernwärmetransportleitung von Perlen nach Emmen, welche abschnittsweise durch den Wald führt. Die mit den Bauarbeiten verbundenen temporären Rodungen erforderten eine Holznutzung vor der eigentlichen Hiebsreife. Der Wertverlust, welcher den Waldeigentümern entstand, galt es durch die Bauherrschaft in angemessener Form zu entschädigen.

In einem ersten Schritt erfolgte mit Hilfe von GIS die Unterteilung in Flächen mit gleichen Eigenschaften in Bezug auf Entwicklungsstufe und Wüchsigkeit. Die Resultate wurden anschliessend vor Ort verifiziert und mit allfälligen Abzügen hinsichtlich Holzqualität und Erschliessung ergänzt. Die Höhe der Entschädigungsansätze und Abzüge richtete sich nach der im Kanton Luzern bei der Gehölzpflege entlang von Kantonsstrassen angewandten Praxis. Zuletzt konnte aus der Summe der einzelnen Teilflächen für jeden Waldbesitzer die Entschädigung im Zusammenhang mit dem vorzeitigen Abtrieb ermittelt werden.

Bildlegende: Waldfläche zur Berechnung der Entschädigungssumme.

Integrales Risikomanagement Zentralbahn

Integrales Risikomanagement Zentralbahn

Die Zentralbahn verbindet die touristischen Destinationen Luzern, Engelberg und Berner Oberland. Der Gast der Zentralbahn betrachtet dabei seine Sicherheit als Grundvoraussetzung.

Als «Alpenbahn» ist die Zentralbahn allerdings mehr Naturgefahren ausgesetzt als eine Bahnstrecke im schweizerischen Mittelland. Dem Umgang mit Naturgefahren kommt entsprechend eine besondere Bedeutung zu.

Wir unterstützen die Zentralbahn bei der systematischen Umsetzung des integralen Risikomanagements (iRM). Erster wichtiger Schritt dazu ist die Erarbeitung der „Anlagengattungsstrategie Naturgefahren“, welche die strategische Basis für die Umsetzung des iRM bildet.

Bildlegende: Streckenunterbuch zwischen Meiringen und Brünig-Hasliberg nach einem Steinschlag-Ereignis (Quelle zb)

Konzept zur Priorisierung des Schutzwaldes

Konzept zur Priorisierung des Schutzwaldes, Kanton SZ

Die finanziellen Mittel für die Schutzwaldpflege – einer typischen präventiven Massnahme – sind knapp. Im Auftrag des Amts für Wald und Naturgefahren SZ haben wir zusammen mit einem jungen Förster ein risikoorientiertes Konzept zur Schutzwald-Priorisierung erarbeitet. Der Fokus liegt einerseits auf der Festlegung von objektiven Kriterien, andererseits auf dem bestmöglichen Einbezug vorhandener Grundlagen (beispielsweise SilvaProtect-Daten, Gefahrenkarten etc.). Massgeblich für die Einstufung der Schutzwälder in die Prioritäten A, B und C sind in erster Linie das Schadenpotenzial, die einwirkende Gefährdung und die Waldstandorte.

In einem Testgebiet haben wir die Methode optimiert und anschliessend auf sämtliche Schutzwälder des Kantons angewendet.

Bildlegende: Karte der Schutzwald-Prioritäten für den Forstkreis 1.

Notfallplanung Naturgefahren

Notfallplanung Naturgefahren, Kantone LU und BE

Von 2009 bis 2014 waren wir mit der operativen Projektleitung der Notfallplanung Naturgefahren im Kanton LU betraut. Im Auftrag der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) sowie der Gebäudeversicherung Luzern wurde mit allen Feuerwehren des Kantons LU eine Notfallplanung Naturgefahren erarbeitet. Die Konzipierung und Erarbeitung einer Notfallplanung als praxisnahes Arbeitsmittel für den Interventionseinsatz im Ereignisfall stellt höchste Anforderungen an Kommunikationsfähigkeit, integrales Denken sowie naturgefahren- und interventionstechnische Fachkompetenz.

Wir haben zusammen mit den Auftraggebern das Konzept erarbeitet und anhand von vier Pilot-Notfallplanungen optimiert. Über die gesamte Projektdauer erarbeiteten wir rund ein Viertel der 60 Notfallplanungen selber. Die restlichen Notfallplanungen haben wir koordiniert und supervisorisch begleitet. Weitere Aufgaben waren das Qualitätsmanagement sowie die Erarbeitung eines Datenmodells und eines Nachführungskonzepts.

Seit 2014 führen wir bedarfsweise die Überarbeitungen und Aktualisierungen der Notfallplanungen Naturgefahren LU durch. Ebenfalls seit 2014 erarbeiten wir Notfallplanungen Naturgefahren im Kanton BE, nach leicht modifiziertem Luzerner Vorbild.

Bildlegende: Das Herzstück der Erarbeitung einer Notfallplanung ist der Planungstag im Gelände mit der Feuerwehr.

Perimeterverfahren Schutzbauten Laugneri II & Linden, Weggis LU

Perimeterverfahren Schutzbauten Laugneri II & Linden, Weggis LU

Bei der Realisierung von Schutzmassnahmen gegen gravitative Naturgefahren sind die profitierenden Grundeigentümer gemäss Perimeterverordnung an den Kosten der Massnahmen zu beteiligen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Flühli-Sörenberg haben wir 2006 eine Methode zur risikobasierten Herleitung eines Restkostenteilers erarbeitet. Diese Methode wurde für das Perimeterverfahren der beiden Schutzbautenprojekte Laugneri II und Linden in Weggis adaptiert und weiterentwickelt. Die Methode stützt sich auf amtliche und naturwissenschaftliche Fakten. Sie ist für die Beitragspflichtigen transparent und nachvollziehbar. Der Verteilschlüssel orientiert sich an den Vorteilen, die den Grundstücken aus den Schutzmassnahmen entstehen. Zur Quantifizierung der Vorteile wird der Nutzen bezüglich Sicherheit und Raumplanung hergeleitet. Der Nutzen wird mit Grundstück- und Gebäudewert zur Gesamtteilerzahl pro Grundstück multipliziert.

Dieselbe Methode zur Berechnung des Kostenteilers haben wir für das Perimeterverfahren Hochwasserschutzprojekte Strittlibach und Manebach in Schüpfheim LU angewandt.

Bildlegende: Im Gebiet Laugneri verursachten 2005 mehrere Hangmuren grosse Schäden.

Schutzbautenmanagement Naturgefahren, LU

Schutzbautenmanagement Naturgefahren, LU

Im Kanton Luzern sind die Schutzbauten gegen gravitative Naturgefahren nicht systematisch erfasst. Es fehlt eine Übersicht über deren Bestand, Zustand und Zuverlässigkeit. Es besteht Handlungsbedarf in Bezug auf eine systematische Bewirtschaftung dieser Schutzbauten nach den Grundsätzen des integralen Risikomanagements, damit die Schutzwirkung langfristig aufrechterhalten werden kann. Im Auftrag und in enger Zusammenarbeit mit der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur LU (vif) haben wir ein Konzept für ein Schutzbautenmanagement im Sinne eines umfassenden Führungs- und Informationssystems erarbeitet. Das Schutzbautenmanagement ist in 4 Modulen strukturiert:

  • Bestandesaufnahme: Identifikation der Schutzbauten und Prozessräume, Bewertung der Risikorelevanz, Erhebung der Schutzbauten im Feld.
  • Portfolio: Dokument mit massgeblichen Informationen für jeden Prozessraum (Fakten, Bewertungen, Entwicklungen), dient als Strategie im Prozessraummanagement und Grundlage für Massnahmenentscheide.
  • Bewirtschaftung: Schutzbautenmanagement im engeren Sinne (Optimierung der Nutzungsdauer durch Überwachung, Inspektion und Erhaltungsmassnahmen).
  • Verwaltung: Schutzbautenkataster als zentrale Informationsdrehscheibe, Definition der massgeblichen Prozesse, Definition von Finanzlösungen, Bereitstellung von Werkzeugen und Hilfsmittel.

Seit 2016 bauen wir das Schutzbautenmanagement auf. 2016/2017 wurde das Konzept anhand von 5 Pioniergebieten getestet und optimiert. Ab 2018 werden die Schutzbauten im Kanton LU flächendeckend erhoben. Schliesslich geht das Schutzbautenmanagement in den operativen Betrieb über.

Bildlegende: Betonsperren am Steiglenbach in Escholzmatt-Marbach.

Vorprojekt und Bauprojekt Hochwasserschutz Riemenstaldnerbach - Kantone Uri und Schwyz

Das Dorf Sisikon/UR ist durch Hochwasserereignisse des Riemenstaldnerbachs gefährdet. Im Auftrag der Kantone Uri und Schwyz haben wir gemeinsam mit weiteren Spezialisten einen bestehenden Massnahmenplan für den Riemenstaldnerbach überabeitet. Dabei wurden die nach heutigem Stand des Wissens wirkungsvollsten Schutzmassnahmen im Dorf Sisikon und dem oberhalb liegenden Schluchtabschnitt ermittelt und im Rahmen eines Vorprojekts ausgearbeitet. In einem weiteren Schritt durften wir auch das darauf folgende Bauprojekt erarbeiten. Bei den im Bauprojekt vorliegenden Massnahmen handelt es sich um permanente und temporäre Schutzmassnahmen zur Optimierung der Brückendurchlässe und Bewältigung der Überlast, Optimierungen und Instandstellungen von bestehenden Blocksatzverbauungen sowie die Erstellung eines neuen Holzkastens. Sie reduzieren das Geschiebeaufkommen des Riemenstaldnerbachs, senken das Risiko von Gerinneausbrüchen und schaffen günstige Voraussetzungen für die Intervention im Ereignisfall. Die Kosten der projektierten Massnahmen belaufen sich auf rund 3 Millionen Franken.

Bildlegende: Hohes Geschiebepotenzial bei der Rutschung Rüti im unteren Bereich des Schluchtabschnitts Riemenstaldnerbach.